Potenzielle Auswirkungen von Zöllen auf europäische Wirtschaft

Heiko Schwarz, Global Supply Chain Risk Advisor bei Sphera, einem Anbieter für operatives Risikomanagement und Nachhaltigkeit, prognostiziert potenzielle Auswirkungen von Zöllen, unsicheren Preisentwicklungen und Lieferkettenrisiken auf die europäische Wirtschaft. „Die Zölle werden sich zweifellos auf die europäischen Stahlexporte auswirken, vor allem in Deutschland“, sagt Schwarz. „Insgesamt werden die Auswirkungen aber begrenzt sein, da der meiste in der EU produzierte Stahl im Inland verbraucht und nicht exportiert wird.“ Laut Schwarz machen sich europäische Unternehmen mit bedeutenden Produktionsstätten in den USA, etwa in der Automobilbranche größere Sorgen.

„Die natürliche Reaktion vieler europäischer Unternehmen wird darin bestehen, die zollbedingten Kosten an die Kunden weiterzugeben“, so Schwarz. „In Sektoren wie der Automobilindustrie könnten die Unternehmen jedoch vor einer schwierigen Entscheidung stehen. Ein starker Anstieg der Nachfrage nach in den USA hergestelltem Stahl und Aluminium könnte die Inlandspreise in die Höhe treiben und die Lieferketten belasten.“

Als mögliche Folge befürchtet Schwarz ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. „Infolgedessen könnten die Hersteller gezwungen sein, sich zwischen Zöllen auf importierte Materialien und der zunehmenden Instabilität der inländischen Versorgung zu entscheiden, wo steigende Kosten und potenzielle Lieferengpässe die Produktionspläne und die Produktverfügbarkeit beeinträchtigen könnten“, mutmaßt Schwarz. „Unsere jüngsten Untersuchungen haben gezeigt, dass Unternehmen im Jahr 2024 im Durchschnitt fast 15 Unterbrechungen der Lieferkette erleben, die von verspäteten Lieferungen und Materialengpässen bis hin zu finanziellen Schwierigkeiten der Lieferanten und Ereignissen höherer Gewalt reichen.“

Autor(en): spa

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